Dienstag, 27. April 2010

Verfahren - Kann im Zeitalter von Navigationsgeräten überhaupt noch jemand Karten lesen?

Montag morgen, das Wochenende steckt mir noch in den Knochen. Leicht müde und genervt steige ich in mein Auto, starte das Navigationsgerät und gebe mein Ziel ein. Schon bald führt mich die vertraute Stimme von „Lisa“, so hat mein Geräte hersteller die deutsche Stimme getauft, auf den richtigen Weg. Tut sie das? Ich wäre ja ganz anders gefahren und beschließe, zunächst einmal so zu fahren, wie ich es für richtig halte und Lisa dann die Feinplanung im Zielgebiet zu überlassen. Schon bald mault es mir aus dem Navi mit einem – wie ich finde – leicht beleidigten Unterton entgegen: „Wenn möglich, bitte wenden. Bitte wenden.“ Je weiter ich geradeaus fahre, um so quengeliger wird mein digitaler Wegweiser.

Nach einer Weile einigen wir uns wieder und Lisa führt mich mitten in einen dicken Stau. Ich verlasse die Autobahn, kenne mich nicht mehr aus und unterwerfe mich ihrem Diktat. Schon bald habe ich das Gefühl, sie führt mich im Kreise. Endlich geht es geradeaus weiter – doch nur für kurze Zeit: Die Hochalpenstrasse ist im Winter gesperrt. Ich verliere kostbare Zeit und meine Laune wird nicht besser. Und schon bald stoße ich auf die Grenzen des eigentlich doch den Alltag vereinfachenden digitalen Helfers: Wir sind es mittlerweile gewohnt, die Anweisungen unseres Navigationsgerätes unkritisch zu übernehmen. Lernt heutzutage eigentlich noch jemand, wie man Stadtpläne oder Landkarten liest? Mein Auto ist zwar jetzt hübsch aufgeräumt. Ich aber habe mir selber die Möglichkeit genommen, etwas auf Papier nachzuschlagen. Dies soll kein Plädoyer dafür sein, wie unsere alten Vorfahren wieder auf das Deuten von Sternen und den Stand der Sonne
zurückzugreifen. Aber ein wenig mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung bei der Zielsuche ist vielleicht kein schlechtes Training – auch für andere Alltagssituationen.

Irgendwann beschließe ich, die quengelige Lisa auf die immerhin formvollendetere, englischsprachige „Jane“ umzustellen. Das trainiert zum einen mein Englischvokabular, zum anderen freue ich mich am Ende der Fahrt über das mit einem leicht näselnden Upper-Class-English mir entgegengehauchte: „You have reached your final destination.“ Ja, die gute Jane weiß einfach instinktiv, wie man mit besserwisserischen Autofahrerinnen umzugehen hat, um ihren Willen durchzusetzen. Mein zweiter Kompromiss besteht darin, das Handschuhfach von überflüssigen Lippenstiften, Sonnenbrillen und nie gehörten Chill-Out-CDs zu befreien und mit drei Standardwerken zu bestücken: einer Landkarte Deutschlands, einer Karte Bayerns und einem Stadtplan von meinem Wohnort München. So, jetzt habe ich zumindest immer einen Plan B, wenn Lisa, Jane und ich nicht einer Meinung sind! Und wie schaut‘s bei Ihnen aus? Verirren Sie sich noch oder planen Sie schon? Mit Navi oder Karte oder zeitgemäss mit Ihrem iPhone?

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Freitag, 23. April 2010

Warum das Kamel so hochmütig schaut - Eine Geschichte aus Rajasthan

Im September 2009 bereisten wir Indien im Rahmen einer Pressereise. Die Reise führte uns unter anderem nach Rajasthan. Wer bisher geglaubt hat, ganz Indien sei von auf der Strasse umherliegenden, -laufenden oder -streunenden Rindern bevölkert, dem sei versichert: Sie irren!
Mindestens den gleichen Anteile machen die Kamele im Strassenverkehr aus. Benutzt als Nutztier, Lastentransporter und natürlich zuweilen auch als beliebtes Objekt, das man wahlweise als Fotomotiv oder als Safari-Vehikel an Touristen verschachern kann.
Doch warum nur schauen die Tiere ewig so hochmütig drein? Dilip, unser Reiseführer, der uns eigentlich die Geheimnisse des Taj Mahal näher bringen sollte, ist um eine Antwort nicht verlegen.

Die Antwort finden Sie hier in unseren Reisegeschichten
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