Montag, 6. Dezember 2010

Virtueller Adventskalender, Tag 6: Wie Rudolph das Rentier zum Nikolaus kam

Haben Sie sich eigentlich auch schon einmal gefragt, warum der Schlitten vom Nikolaus in den angelsächsischen Ländern von einem rotnasigen Rentier gezogen wird? Hat es etwa die Nase zu tief in den Glühweinbecher gesteckt? Wir haben recherchiert...

Rudolph, das rotnasige Rentier: Oder wie aus einer Werbeaktion eine Weihnachtsgeschichte wurde...

Rudolph, das rotnasige Rentier gehört in den USA gehört untrennbar zu Weihnachten wie der geschmückte Tannenbaum und die Socken am Kamin und kein Kind, das ihn nicht kennt. Man kann also sagen, er ist das berühmteste Rentier der Welt.

Dass der Schlitten von Santa Claus von Rentieren durch die kalten Winternächte gezogen wird, weiss seit 1822 jedes Kind.

Damals schrieb der New Yorker Dichter und Professor Clement Clarke Moore die Geschichte "A Visit from St. Nicholas" auf. In der Geschichte beschrieb er acht Tiere, die vor die voll beladene Kutsche gespannt waren, und gab ihnen auch jeweils einen Namen: Blitzen, Cupid, Comet, Dancer, Dasher, Donder, Prancer und Vixen.



Die Geschichte verbreitete sich in Windeseile durch das ganze Land und bald kannte jeder die Namen der braven Gehilfen des Weihnachtsmannes auswendig. Mehr als einhundert Jahre später gesellte sich dann erst das neunte Rentier zu der Runde: Bei Montgomery Ward war es Tradition, den Kunden jedes Jahr zur Weihnachtszeit ein Kinderbuch als Werbegeschenk zu übergeben. 1939 beschloss die Firmenleitung, die Bücher nicht mehr einzukaufen, sondern selber eines herauszugeben. Der mit Kinderliedern vertraute Autor Robert Lewis May, seit 1935 als Anzeigenverfasser bei der Kaufhauskette, hatte sich für die Geschichte mit Rudolph, dem rotnasigen Rentier entschieden, nachdem er Vornamen wie Reginald (zu britisch) oder Rollo (zu heiter) verworfen hatte. Die Kaufhausleitung war wegen des Attributs „rotnasig“ zunächst besorgt, da dies mit Alkoholismus und Alkoholikern assoziiert werden konnte und deshalb nicht gerade zu Weihnachten passte. Als letzte Zweifel ausgeräumt waren, wurde die Geschichte vom jungen, aus der Art geschlagenen Rentier mit der leuchtenden Nase zu Weihnachten 1939 veröffentlicht und 2,4 Millionen mal verkauft, bis 1946 gingen über sechs Millionen Exemplare dieses Malbuchs über die Ladentheken. May hatte für seine Idee lediglich eine Pauschale kassiert, das Urheberrecht wurde für die Kaufhauskette eingetragen. Erst im Mai 1947 erhielt May das Urheberrecht. Autor May konnte mit den nunmehr fließenden Tantiemen die Arztrechnungen seiner an Krebs erkrankten Frau finanzieren.

Robert L. May ersann Rudolph, das Rentier, das wegen seiner leuchtend roten Nase von allen anderen Rentieren gehänselt wird.

 Die Kinder liebten den Aussenseiter Rudolph auf Anhieb. Und sie waren von dem Ausgang der Geschichte begeistert: Als Santa Claus an einem besonders nebligen Weihnachtsabend zu seiner Fahrt aufbrechen will, bittet er Rudolph, mit seiner Nase den Weg durch die undurchsichtige Nacht zu leuchten. Seither darf das kleine Rentier den Schlitten anführen und kein anderes Rentier lacht mehr über ihn.

Das Buch über Rudolph wurde in den USA ein Bestseller. Zehn Jahre später schrieben Johnny Marks und Gene Autry das berühmte Weihnachtslied "Rudolph the red-nosed Reindeer", das sofort Platz Eins der Hitparaden stürmte. Als Zeichentrickfilm-Figur machte Rudolph schließlich ab 1964 Karriere. Und mittlerweile kennen und lieben Kinder überall auf der Welt den kleinen, mutigen Gesellen.

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